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Nachhaltigkeit gestalten – Wirkungsanalyse im Umweltbundesamt

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Am 11.10.2016 wurden von über 50 Mitarbeitern der Abteilung I 1 des Umweltbundesamtes in Dessau 10 Personas zum Leben erweckt. Der von uns konzipierte und durchgeführte Workshop folgte der grundlegenden Fragestellung, wie die Arbeit der Abteilung wirkungsvoller zu einer nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft beitragen kann.

Michael ist passionierter Kytesurfer und liebt das Meer. Außerdem kennt er sich als „Digital Native“ und Informatik-Student gut aus mit neuen Technologien. Während eines Berufspraktikums in einer IT-Firma geht es ihm immer mehr gegen den Strich, wie umweltschädigend mit der Hardware umgegangen wird – ausgemusterte Server verursachen Müllberge, Green IT ist für viele ein Fremdwort. Michael überlegt, ob er nicht seinen Kite-Blog mit 4.000 Followern nutzen sollte, um über seinen Unmut zu bloggen. Richtig viel Zeit um sich in das Thema einzuarbeiten hat er aber auch nicht. Wie kann man das Engagement interessierter Bürger wie Michael mit der Arbeit des Umweltbundesamtes verbinden?

Michael steht für eine der zehn Personas, die von über 50 Mitarbeitern der Abteilung I 1 des Umweltbundesamtes in Dessau am 11. Oktober zum Leben erweckt wurden. Der von Politics for Tomorrow konzipierte und durchgeführte Workshop folgte der grundlegenden Fragestellung, wie die Arbeit der Abteilung wirkungsvoller zu einer nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft beitragen kann.

Dabei wurden verschiedene Zielgruppen wie interessierte Bürger*innen, zivilgesellschaftliche Akteure, Menschen aus Politik & Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft in den Blick genommen.

Anders als bisherige Abteilungssitzungen

Die zehn Teams bearbeiteten die Fragestellung, indem sie zwei wesentliche Design-Phasen durchliefen: Explore (Untersuchen) und Create (Erschaffen). In einem letzten Schritt wurde das Erlebte und gemeinsam gestaltete Ergebnis in einer Wirkungslogik verortet.

Dem Politics-for-Tomorrow-Motto „invite, engage, enable“ folgend, konnten die Teilnehmenden in einem neuen Lernraum kreativitätsfördernde Arbeitsmodi kennenlernen und anwenden. Das konstruktive Feedback war zahlreich, von „Es hat mir gefallen, dass ich kein statischer Zuhörer war und mich auf so unterschiedliche Weisen kreativ einbringen konnte“ bis hin zu „Toll, dass wir in so kurzer Zeit sehr strukturiert und fundiert Ergebnisse erarbeitet haben“.

Perspektivenwechsel

Die zehn Teams stiegen direkt mit der anspruchsvollen Aufgabe der Perspektivenübernahme in die Persona-Entwicklung ein. Von der Bäckerin und Mutter allergiekranker Kinder über den BMWi-Abteilungsleiter bis zur Tango-begeisterten Professorin entwickelten die Teams die Wünsche, Herausforderungen und Chancen ihrer Personas.

Anhand einer konkreten Situation filterten die Teams anschließend die Problemstellung in der Interaktion mit dem Umweltbundesamt heraus. Bei dieser Situationsbeschreibung spielten sie den Augenblick so konkret wie möglich durch, um auf mögliche Potenziale und Inspirationsmomente aufmerksam zu werden.

Eine neue Frage…

Auf Basis der Einsichten über die Persona und ihre spezielle Situation in Interaktion mit dem Umweltbundesamt ließ sich eine neue, konkretisierte Fragestellung entwickeln. So zielten die Fragen viel direkter auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen.

Ein Beispiel: Wie können wir Martin dabei unterstützen, grüne Zukunftsmärkte zu erschließen und ihm seine anfängliche Ratlosigkeit nehmen?

… und viele Ideen

Nach einer kurzen Auflockerung, kamen Kreativmethoden wie der „Ideenturm“ im nächsten Schritt zur Anwendung. Aufeinander aufbauend entwickelten die Teilnehmer*innen vielfältige Ideen, die sie im Anschluss nach bestimmten Kriterien bewerteten. Nach der Wahl der Lieblingsidee wurde diese durch gemeinsames Prototyping anfassbar gemacht. Dabei entstanden Poster, Rollenspiele und Objekte, die das Potenzial einer Idee auf interaktive Weise vermittelten und erschlossen. Durch ein vorgeführtes Abendessen, ein versinnbildlichtes Netzwerk oder die vorgeführte Auslobung eines Bundesbürgerpreises konnten die Teilnehmer*innen sich von den Ideen der anderen Teams überzeugen.

Wirkungsvolle Politikgestaltung

Um die neuen Ideen weiterzudenken und implementieren zu können, brachten die Teilnehmer ihre Gedanken und Einsichten in eine Wirkungslogik ein. Hier konnten sie ihre Idee in die Zukunft entwerfen um herauszufinden, welchen Einfluss die Realisierung der Idee langfristig haben könnte. Dann entwickelten sie konkrete Schritte, um diese Wirkung zu erzielen und um ihren Prototyp Realität werden zu lassen.
Und möglicherweise wird es Kite-Surfer Michael in Zukunft ermöglicht dabei mitzuhelfen, Trickfilme zu Imagekampagnen zu entwickeln und gemeinsam mit dem UBA daran zu arbeiten, die Zielgruppe junger Leute besser und ihren Bedürfnissen entsprechend erreichen zu können.