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Digitalisierung in Politik und Verwaltung – Wie lässt sie sich angehen?

Digitalisierung ist in aller Munde und lässt sich kaum umgehen. Die Umsetzung ist allerdings oft alles andere als leicht, wie beispielsweise das Projekt ROBASO zeigt, bei dem 6 Jahre und 60 Millionen Euro in den Sand gesetzt wurden. Zu spät habe man einen Praxistest durchgeführt und die Nutzende der Software eingebunden. Offenbar konnten auch die mit 42 Millionen Euro bezahlten externen Dienstleistenden nicht zum Erfolg des Projektes beitragen. Wie also können sich Akteure in Politik und Verwaltung digitalen Projekten aktiv und autonom zuwenden um die Produkte und Services von Morgen sinnvoll zu gestalten?

Politics for Tomorrow Digital Design Sprint

Dieser Frage widmete sich der Digital Design Sprint von Politics for Tomorrow am 22. und 23. Juni 2017  im Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies, der von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Hans-Sauer-Stiftung gefördert wurde. Mit Methoden aus dem Human-Centered Design, dem Design Thinking und anderen agilen Herangehensweisen arbeiteten Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Industrie in vier Teams an einer digitalen Herausforderung: einer deutschsprachigen Inspirationsplattform für ko-kreatives Arbeiten und Innovationen in Politik und Verwaltung. Für die Teilnehmenden wurde das Arbeiten in Sprints erfahrbar, das für Design-Prozesse typisch ist. Auf diese Weise konnten sehr schnell Personas, viele Ideen, Prototypen und Testing-Szenarien entwickelt werden.

Prototyping: Mehr als nur basteln?

„Ich hatte mir ja etwas mehr technisches Prototyping und weniger Basteln erhofft“, resümierte ein Teilnehmer aus einer Bundesbehörde zunächst. Allerdings änderte sich diese Perspektive nach den ersten Testläufen, bei denen Nutzer ihr Feedback auf die Prototypen aus Papier und anderem Bastelmaterial gaben. „Ich sehe absolut das Potenzial, konzeptionelle Ideen niedrigschwellig zu testen – bevor die IT-Abteilung des Hauses sagt, was falsch oder richtig ist.“

Best Practices

Wo sind die Fallstricke? Was bringt das Neue voran? International existieren bereits viele Initiativen für Innovationen im öffentlichen Sektor. Um von diesen Erfahrungen zu lernen, tauschten sich die Teilnehmenden mit Vertreter*innen von Design for Europe, Observatory for Public Sector Innovation (OECD), FutureGov und Open Government Partnership aus.

Nächste Schritte

Wir, das Politics-for-Tomorrow-Team, bedanken uns bei den Teilnehmenden für ihre essentiellen Ideen sowie für die Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung und der Hans-Sauer-Stiftung. Die identifizierten Bedarfe der Zielgruppe fließen derzeit in ein Grobkonzept für die technische Umsetzung der Inspirationsplattform ein.